Von Flash zu HTML5: Digitale Banner-Anzeigen früher und heute

Adam Napoli
Graphics & UX Designer

Einführung

Erinnert Ihr Euch noch, als das Klicken von Werbebannern im Netz ein sicherer Weg in die Spam-Hölle war? Lange ist es her, dass flashy online Banner ahnungslose Internet-Nutzer in den Bann gezogen haben. Natürlich gibt es diese Art von digitalen Anzeigen immer noch. Doch im Unterschied zu damals, haben heute viele große und kleine Marken erkannt, dass es gut geplante und gut ausgeführten Ad-Kampagnen braucht, um den digitalen Werbeplatz zu meistern. 

Als das World Wide Web begann, unser aller Leben im Jahr 1991 zu verändern, tat sich daraufhin auch einiges in der digitalen Landschaft. Wired.com (früher bekannt als HotWired) erfand 1994 die erste Web-Bannerwerbung, die dann einen digitalen Werbeboom in Gang setzte, der laut IAB und PriceWaterhouseCoopers im Jahr 2019 124,6 Milliarden Dollar wert war. Im Vergleich dazu, gaben Werbetreibende im selben Jahr rund 70 Milliarden Dollar für Fernsehwerbung aus. Diese Zahlen machen deutlich, dass Internet-Werbung das mit Abstand größte Werbemedium für Marketer ist.

Quelle: Bannersnack

Ganz gleich, ob Werbebanner euer Herz höher schlagen lassen oder ihr lieber jeden Banner wegklickt und blockiert –  wir sind uns sicher, dass sie die Werbeindustrie für immer verändert haben.

Mobile Banner-Anzeigen sind aus gutem Grund die beliebteste Werbeform für mobile Anzeigenkampagnen. Sie generieren hohe Impressions und sind weltweit das Werbeformat, das am meisten Umsatz steigert. In Bezug auf Branding und Botschaft kommen Banner Ads schnell zum Punkt. Als Nutzer veranlasst mich das Versprechen, das diese Banner mir geben, und zwar eine Lösung für meine Frage zu haben, dazu mich durchzuklicken. Eine schlecht gestaltete Anzeige liefert dabei jedoch nicht die gewünschte Wirkung. n unsere Designexperten Ihnen helfen!  

Von statisch zu animiert

Mit zunehmendem Internet Speed und technologischem Fortschritt haben sich im Laufe der Zeit auch Anzeigenformate weiterentwickelt und verändert. 

Zunächst waren da die statischen Banner, gefolgt von animierten GIFS. Flash-Banner haben seit Beginn der 2000er bis vor wenigen Jahren den Online-Werbebereich dominiert.

Statische Ads

Statische Bannerwerbung erfolgt gewöhnlich im GIF- oder JPEG-Format und enthält keine Animation oder Interaktivität. JPEG-Anzeigen haben eine hohe Farbtiefe und können in Versionen mit niedriger, mittlerer oder hoher Qualität gespeichert werden. Der Nachteil ist, dass als verlustfreies Bildformat die Bildqualität abnimmt, wenn man die JPEG Anzeige komprimiert oder verkleinert, um sie hochzuladen.

PNG-Bilddateien haben in der Regel eine bessere Auflösung und können auch Transparenz in Ebenen aufweisen, was eine größere Tiefe in der Komposition ermöglicht. Beim Export sind die Dateien jedoch größer als ein JPEG-Bild, was zu Problemen führen kann, wenn sie für Web-Anzeigen verwendet werden. Größere Dateien brauchen länger, um geladen zu werden. Je nachdem mit welcher Geschwindigkeit ein User browst, kann es sein, dass die Anzeige noch nicht einmal gesehen wird. Es kann auch gut sein, dass die Datei zu groß ist, um überhaupt erst einmal im Web hochgeladen zu werden. 

Hier ist ein Vergleich von PNG und JPEG:

Quelle: Techsmith

Animierte GIFS

GIF-Banner können statisch oder animiert sein, solange sie die .gif-Erweiterung der Datei haben. Im Grunde genommen sind GIFs ein Zwischending zwischen statisch und Video. Sie bestehen aus einer Anzahl von Einzelbildern, die beim Export als animiertes Format erscheinen. GIFs sind in der Größe kleiner als eine Videodatei, ermöglichen aber dennoch spannende Animationen und Übergänge.

GIF-Banner werden im Allgemeinen von den meisten Werbenetzwerken akzeptiert, obwohl die Dateigröße klein sein muss (max. 150kb). Animationen sind auf 30 Sekunden oder kürzer begrenzt, obwohl sie geloopt werden können. Sie müssen auch mit einer niedrigen Bildfrequenz (weniger als 5FPS) exportiert werden. Die Anzeigen eignen sich auch für mobile Geräte und sind leicht zu erstellen, was sie natürlich beliebt macht.

Flash

Flash wurde 1999 von einer Firma namens Macromedia (später von Adobe übernommen) gelauncht. Im folgenden Jahr erklomm Flash den Thron der digitalen Bannerwelt, überholte QuickTime und Java als Marktführer. Seinen Aufstieg verdankt Flash der Tatsache, dass die Software Video-Streaming unterstützte sowie zu jener Zeit einen enormen Qualitätssprung von Werbung im Internet. Nach der Übernahme durch Adobe wurde Flash immer beliebter unter Marketern, die so bessere interaktive Banner, Gaming Content und mehr erstellen konnten. Nach einer langen Zeit an der Spitze scheinen die letzten Tage von Flash gezählt, auch wenn der Niedergang dieses Formats nicht überraschend ist. Viele Werbeplattformen haben Flash-Banner verboten, und viele Internet-Browser sind mit dem Format nicht mehr kompatibel. Flash-Werbung führte zu vielen Sicherheitsverletzungen, die nach vielen Aktualisierungen und Patches zur Inkompatibilität mit Browsern und Websites führten. Was an einem Tag auf einem Banner zu sehen war, wurde am nächsten Tag einfach nicht wiedergegeben. Außerdem mussten Nutzer die Software eines Drittanbieters wie Adobe herunterladen, um die Anzeigen überhaupt betrachten zu können.

HTML5

HTML5-Anzeigen gibt es schon seit einer Weile, haben sich aber erst in jüngster Zeit zu einem digitalen Werbeformat mit dem man rechnen muss, etabliert. Obwohl komplizierter zu produzieren, sind die Vorteile den Flash-Anzeigen bei weitem überlegen. Die Dateigrößen sind klein, das Format wird von jedem einzelnen Internet-Browser akzeptiert, und es kann mit Audio- und Videoinhalten eingebettet werden. HTML5-Anzeigen verwenden CSS und Javascript, um animierte Effekte zu erzeugen, so dass mehr Inhalt auf der Anzeige zu sehen ist. Es gibt die Möglichkeit, Ebenen umzuschalten und die Anzeige nach Belieben zu manipulieren. Obwohl es im Vergleich zu anderen Anzeigenformaten schwierig zu erstellen ist, erfordert die Erstellung dieser Anzeigen keine Erfahrung in der Programmierung. Es gibt Tools und Programme, die man leicht bedienen kann, wenn man bereits Erfahrung in Grafikanimation, Animation und allgemeiner Videobearbeitung hat. 

Dies ist ein Beispiel für eine äußerst erfolgreiche html5-Werbung von Nike, die mit einem großartigen Video, prägnantem und gut lesbarem Texte und einer unterhaltsame Nutzererfahrung daher kommt:

Quelle: Digitaland

Die Anzeige hatte über 50.000 Aufrufe und eine Click-Through-Rate (CTR) von 22,3 Prozent, was viel höher ist als die durchschnittliche CTR für Such- und Display-Anzeigen, die bei etwa 2% liegt.

Wie sieht die Zukunft der digitalen Werbung aus?

Jüngste Trends deuten darauf hin, dass Internetwerbung  weiterhin zunehmen wird. Viele Werbetreibende und Vermarkter verschieben ihre Budgets und ziehen Online-Werbung der TV-Werbung und anderen Werbeträgern vor. 

Relevante und personalisierte Werbung ist sowohl für Marketer als auch Verbraucher von enormer Bedeutung. Ihr und Euer Kollege oder Kollegin, der/die neben euch sitzen, sehen vielleicht die gleiche Brand-Werbung in ihrem Browser, werden aber mit völlig unterschiedlichen Anzeigen überflutet. Relevanz ist der Schlüssel zur Nutzeransprache und wird auch der Schlüssel für die Zukunft der digitalen Werbung sein. 

HTML5-Anzeigen sind momentan die beliebtesten Ads, wir denken, es werden sich aber noch fortschrittlichere Formate entwickeln, die bald zur Norm werden könnten. Da sich die Virtual- und Augmented-Reality-Technologie ständig weiterentwickelt und Designer lernen, diese Tools zu beherrschen, könnte die derzeit teure Cutting Edge Technologie bald für viele verfügbar sein, was natürlich eine spannende Zukunft für Web-Anzeigen einleitet. 

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