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Im Gespräch mit Sebastián Espinosa Ziegler von meinestadt.de

Der Mobile Education Day lädt am 4.03.2020 in Köln zur zweiten Ausgabe der Weiterbildungskonferenz rund um mobile App Marketing und Produktthemen ein. In unseren Referenten-Interviews könnt ihr unsere Mobile-Experten vorab kennenlernen. Im heutigen Interview fühlt Linda von Customlytics Sebastián von meinestadt.de auf den Zahn. Sebastián wird auf dem MED u.a. darüber sprechen wie man mittels Attribution und Deeplinking die Fachkräfte von morgen anspricht.

Hallo Sebastián, als kleiner Aufwärmer für dich: Wie viele Apps hast du auf deinem Smartphone? Welche und wie viele nutzt du davon eigentlich täglich?

Gute Frage, für die Antwort müsste ich jetzt vermutlich zwanzig Minuten lang Apps zählen, sprich viele, weit über hundert – ich brauche dringend eine App, die meine installierten Apps zählt, das wäre was. Früher hatte ich viel weniger, jetzt habe ich unendlich viel Speicher… . Täglich nutze ich natürlich die großen Social Media / Messaging Apps: Instagram, WhatsApp, Facebook, Mail. Sonst noch meinen Kalender und die App der Deutschen Bahn (zwangsläufig wichtig für Pendler). Ab und zu Amazon.

Du bist bei meinestadt.de als Product Manager Mobile tätig. Was machst du da genau und wie hast du deinen Weg in die mobile App Branche gefunden?

Bei meinestadt.de bin ich derzeit für alle Job-Apps zuständig, sprich für die “Jobbörse von meinestadt.de” und die TalentHero-App für Ausbildungssuchende. Ich kümmere mich um die Weiterentwicklung und Optimierung der Apps und darum, dass sie clever beworben werden.

Meinen Weg zu Apps habe ich bei meinem ersten Job gefunden, als ich mich noch um eine Flash-Webseite gekümmert habe und im Zuge des Relaunches sowohl eine Website als auch eine App geschaffen worden ist. Seither beschäftige ich mich gerne und intensiv mit Apps. Es ist für mich spannender und facettenreicher als Web-Produktmanagement.

Welchen Stellenwert hat mobile im Marketing- und Kanalmix deines Unternehmens?

Über mobile Web generieren wir den meisten Traffic. Apps sind daher nicht unser Hauptfokus, aber ein wichtiger Baustein im Kanalmix und besonders im Hinblick auf Conversions relevant. Im Marketing versuchen wir dann die Zielgruppe, zum Beispiel Ausbildungssuchende mittels Videos bei YouTube, bestmöglich abzuholen. User, die nicht aktiv, sondern latent einen Job oder Infos suchen, sind besser bedient mit der Webseite.  

Und welche Maßnahmen ergreift ihr bei meinestadt.de bereits, um eure Apps zu promoten, Nutzern schmackhaft zu machen und User dann letztendlich auch zu binden?

Wir probieren immer wieder neue Dinge aus, neben ganz normalen Ads in den Stores oder bei Facebook, Instragram etc. haben wir auch schon mit YouTubern zusammen gearbeitet.

Nutzt ihr dabei Marketing- und oder Produkt Technologien?

Ja,  wir nutzen einige Tools rund um Marketing und Analytics. Für mich ist dabei besonders spannend, die Analytics-Daten dafür zu nutzen, um die User noch besser zu reaktivieren und anzusprechen.

Kommen wir mal auf deine Antwort aus der ersten Frage zurück. Ich glaube es ist für Marketing- und Produkt Manager kein Geheimnis mehr, dass die Retention von Tag eins der Installation bis Tag 30 nach der Installation einer App von gut 30 % auf etwa 10 % fällt. Was würdest du sagen ist der Schlüssel für eine effektive Nutzerbindung? 

Einige Apps machen es getreu dem Motto “viel hilft viel” – jeden Tag um Punkt 12 Uhr bekommt man eine Push-Nachricht. Ich glaube, dass das auf lange Sicht  wenig sinnvoll ist. Es kommt darauf an, den Need der Nutzer zu verstehen, ihnen an den richtigen Punkten einen Hinweis geben und zurück in die App führen. Personalisierung ist dabei in meinen Augen ein sehr wichtiger Faktor.

Was macht eigentlich eine erstklassige Push Notification aus? Die Kollegen von Customlytics haben hier fünf Punkte indentifiziert.

Generell einmal das Stichwort “State of mobile Marketing in Germany 2020”. Wo stehen wir, wo siehst du Marketing-Herausforderungen, die deutsche Unternehmen hier noch meistern müssen?

Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in Deutschland davon lösen müssen, dass eine mobile App nur ein weiterer Channel ist. Mit einer App kann man neue Zielgruppen ansprechen und ihnen vor allem ein mächtigeres und einfacheres Tool als eine Webseite an die Hand geben. Wenn wir die App dann gut und sinnvoll in die restliche Landschaft integrieren, hat man den Großteil schon erfolgreich umgesetzt. Dann ist mobile Marketing einfach. Zurück zur Frage: Wir sind auf einem guten Weg.

Und was machen deutsche Unternehmen hier schon gut?

Ich glaube nicht, dass Deutschland in irgendetwas hinterher hinkt was mobiles Marketing angeht. Was den “Deutschen” fehlt ist die Experimentierfreude. Da kann man ruhig mehr probieren und risikofreudiger sein.

Nun aber zu deinem Vortrag auf unserem Mobile Education Day in Köln. Auf welche Themen können sich unsere Teilnehmer in deiner Keynote freuen? 

Alle Teilnehmer können sich vor allem auf spannende Insights aus dem App Marketing von meinestadt.de freuen und sehen, wie man auch in einer spitzen Zielgruppe gute und viele App Nutzer findet. In meiner Keynote werde ich zeigen wir wir Attribution Tracking und Deeplinking einsetzen, um unsere junge Zielgruppe anzusprechen. Dabei wird es auch um die Konvertierung von Web zu App Traffic gehen.

Was macht für dich denn einen gute Weiterbildungsveranstaltung aus?

Es ist immer wieder spannend, wenn man sich mit anderen Personen aus anderen Unternehmen zu Best Practice unterhält und diese Impulse später für sich und seine Arbeit nutzen kann.

Gut, zum Schluss darf eine „Trendaussicht“ nicht fehlen. Wir stehen am Anfang des Jahres und werden gerade mit Meinungen zu mobilen Trends 2020 überschüttet. Gibt es da einen Trend wo du sagen würdest, der wäre wirklich realistisch und super, wenn die mobile Branche hier am Ball bleibt?

Beacons und Geofencing sind sicherlich keine Trends die 2020 erst aufgetaucht sind. Nichtsdestotrotz wird das Thema noch sehr verhalten genutzt. Vielleicht weil wir Deutschen da ein wenig konservativer sind als andere Länder (siehe die Scheu vor der Experimentierfreude). Ich freue mich auf die nächsten Jahre und hoffe, dass sich auf dem Gebiet einiges tut.

Danke dir für das Interview, Sebastián und wir freuen wir uns, dich am 4.03 in Köln zu sehen!

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